Vom 01.03. bis 03.03.2013 traf sich die Evangelische Jugend im Dekanatsbezirk Aschaffenburg.

Das Thema der Vollversammlung war „Kinderarmut - Ist das gerecht?“. Der Dekanatsjugendkonvent setzt sich zusammen aus je zwei Delegierten aus jeder Gemeinde im Dekanatsbezirk Aschaffenburg und einigen Gästen. Wir haben uns ein Wochenende lang mit dem Thema Kinderarmut auseinander gesetzt.

„Das Thema Armut - insbesondere Kinderarmut fällt in unserer Gesellschaft meist nicht auf. Allein in Aschaffenburg sind über 5000 Familien von Armut betroffen, wobei gerade mal die Hälfte dieser Familien Sozialhilfe beansprucht.“ (laut leuchtende-kinderaugen.org) In das Sozialkaufhaus in Aschaffenburg kommen jeden Tag 200 Personen, denen es am Nötigsten mangelt.

„Probleme müssen erst erkannt werden, bevor wir sie lösen können“, sagt der Leiter des Sozialkaufhauses (Aschaffenburg) Grose, den wir am Freitag eingeladen haben, uns in die Thematik einzuführen. Daher wollen wir darauf aufmerksam machen und Aktionen gegen Kinderarmut starten. Der DJKo bemängelt, dass arme Mitglieder unserer Gesellschaft mehr und mehr ausgegrenzt werden. Viele kleine Dinge im Leben, sei es der Kinobesuch mit Freunden oder ein Freibadbesuch im Sommer, sind für einige Familien einfach nicht finanzierbar.

Durch Armut wird das gesamte Leben beeinflusst. Die Chancen auf eine gute Schulbildung sind für Kinder, die von Armut betroffen sind, wesentlich geringer. „Armut macht krank“, erläutert Grose in seinem Vortrag. In Armut lebende Familien, haben oft kein Geld für Medikamente und Arztbesuche; dies verschlechtert die Lebensverhältnisse der Familien und insbesondere der Kinder erheblich. Die meist zu knapp bemessenen Beiträge wie z. B. Hartz IV (27-seitiger Antrag) müssen mit einem riesigen Bürokratieaufwand beantragt werden. Hierzu sagt der Leiter des Sozialkaufhauses: „Selbst ich blicke bei vielen bürokratischen Anträgen nicht mehr durch“.

Der Dekanatsjugendkonvent hat einen Arbeitskreis gebildet, der Aktionen in unserer Evangelischen Jugend einleiten soll, an denen jeder Jugendliche teilnehmen kann. Niemand soll für diese Aktionen bezahlen müssen. Ebenfalls sollen alle weiteren EJ-Veranstaltungen (z. B. KABUM) so ausgelegt werden, dass mindestens zwei weitere Jugendliche an diesen teilnehmen können, die aus armen Verhältnissen stammen. Diese Jugendlichen bekommen die Freizeit entweder bezuschusst oder falls nötig bezahlt. Mit diesen Methoden soll sichergestellt werden, dass keiner aus unserer Gemeinschaft ausgegrenzt wird. Dies wünschen wir uns auch in unserer Gesellschaft. Ausgrenzung ist eine der vielen schlimmen Folgen von Armut und sollte in einem so reichen Land wie Deutschland nicht vorkommen.

Kinderarmut ist ein aktuelles Thema, auf das aufmerksam gemacht werden muss:

„Achten statt Ächten!“ ist eine Aussage, die wir von dem Wochenende mitgenommen haben und ein Motto, dass jeder in seinem Alltag beachten sollte.